Die Komplexrichtlinie

Worum es geht:

Das Bundesgesundheitsministerium unternahm in der letzten Legislaturperiode mehrere Anläufe, Psychotherapeut*innen eine externe Steuerung bei der Versorgung ihrer Patientinnen aufzuerlegen, die durch Proteste der Profession abgewendet werden konnten.

Dem wurde auch maßgeblich aus unserer Profession die Forderung nach einer eigenen Richtlinie zur Behandlung von schwer psychisch kranken Menschen mit komplexem psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf entgegengehalten.

Diese Richtlinie wurde zwar nun im September 2021 beschlossen, weist aber aus unserer Sicht einige wichtige Fehler auf.

→ Wofür wir stehen:

  • Die Regel, zur Teilnahme an dieser Richtlinie erst ein ärztlich-psychiatrisches oder psychosomatisches Assessment durchlaufen zu müssen, wird diesem hochbelasteten Personenkreis nicht gerecht. Dieses unnötige Nadelöhr muss gestrichen werden.
  • Auch dass Bezugstherapeutinnen nicht selbst Termine und Behandlungsschritte veranlassen können, sondern dafür Koordinatorinnen benötigen, die im Netz angestellt sind, macht die Sache unnötig umständlich und muss geändert werden.
  • Gerade bei der zunehmenden Zahl halber Versorgungsaufträge im psychotherapeutischen Bereich macht es keinen Sinn, nur Psychotherapeutinnen mit vollem Versorgungsauftrag als Koordinator*innen zuzulassen – auch hier fordern wir eine Streichung dieser Einschränkung.

Wenn die Komplexrichtlinie die Versorgung von Menschen mit komplexem Behandlungsbedarf wirklich verbessern soll, muss sie praktisch umsetzbar sein!

zurück

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner